007 First Light Review

Veröffentlicht am 12. Juni 2026 um 08:33

Viele Jahre und gar Jahrzehnte mussten Bond-Fans warten, bis es überhaupt einen Hoffnungsschimmer für ein neues, großes James-Bond-Spiel gab. Nun steht IO Interactive mit 007 First Light vor der Tür und will die Herzen aller Fans von furiosen Agenten Abenteuern erobern.

Warum ihnen das mehr als gelungen ist und sie sich trotz vorhandener Schwächen des Spiels übertroffen haben, erfahrt ihr in diesem Review Video, bei dem mir der Key fürs Spiel freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurde.

 Story ist stark inszeniert, aber vorhersehbar

Die Geschichte von 007 First Light ist klassisches Bond‑Material: internationale Krisen, geheime Organisationen, Doppelagenten, moralische Grauzonen und natürlich die ikonische Mischung aus Coolness und Gefahr. Die Inszenierung ist dabei absolut erstklassig. Jede Zwischensequenz wirkt wie aus einem modernen Bond‑Film herausgeschnitten. Die Kamerafahrten, die Musik, die Dialoge. Alles sitzt.

Doch so beeindruckend die Präsentation ist, so vorhersehbar ist die eigentliche Erzählung. Ihr erkennt früh, wohin die Reise geht. Die Wendungen sind solide, aber selten überraschend. Das ist nicht zwingend schlecht, denn Bond‑Geschichten leben oft mehr von Stil als von Substanz. Aber es fällt auf, dass First Light sich erzählerisch nicht traut, wirklich neue Wege zu gehen.

Gegen Ende zieht sich die Story zudem etwas. Die Spannungskurve flacht ab, weil das Spiel versucht, noch ein paar zusätzliche Konflikte einzubauen, die nicht unbedingt nötig gewesen wären. Trotzdem bleibt die Geschichte insgesamt unterhaltsam, gut inszeniert und atmosphärisch dicht.

Story: 7/ 10

Kämpfe, Gadgets und Agenten-Chaos

Der erste Kontakt mit dem Kampfsystem kann überwältigend sein. Das Spiel wirft euch viele Mechaniken gleichzeitig entgegen: Schießen, Ausweichen, Nahkampftakedowns, Gadgets, Deckungssystem, Spezialfähigkeiten. Anfangs wirkt das alles etwas überladen, fast so, als hätte das Team Angst gehabt, euch etwas vorzuenthalten.

Doch nach kurzer Eingewöhnung entsteht ein richtig guter Flow. Die Animationen sind sauber, Treffer fühlen sich wuchtig an, und die Kombination aus Schusswechseln und Nahkampf sorgt für dynamische Kämpfe. Besonders die Takedowns sind hervorragend inszeniert und Bond bewegt sich elegant, präzise und tödlich.

Wenn das System einmal klickt, macht es richtig Spaß. Es ist nicht so taktisch wie Hitman, nicht so chaotisch wie Just Cause, sondern irgendwo dazwischen – ein cineastischer Mix, der gut zur Figur passt.

Das Schleichen im Spiel ist grundsätzlich solide. Bond bewegt sich leise, kann Gegner lautlos ausschalten, Ablenkungen erzeugen und alternative Wege nutzen. Die Level bieten oft mehrere Routen, was positiv auffällt.

Aber: Die KI ist ein echtes Problem. Und zwar ein großes.

Es gibt Momente, in denen ihr an einer Wand hochklettert, direkt neben Gästen oder Wachen  und niemand sieht euch. Die NPCs wirken, als hätten sie Scheuklappen auf. Noch deutlicher wird es bei Takedowns: Ihr schaltet einen Gegner aus, sein Kollege steht drei Meter daneben und reagiert nicht.

Das bricht die Immersion massiv. Gerade weil das Spiel ansonsten so ernst und hochwertig inszeniert ist, wirken diese KI‑Aussetzer wie Fremdkörper. Es fühlt sich an, als wäre die Welt eher Kulisse als ein lebendiges System, das auf eure Aktionen reagiert.

Spätestens seit No One Lives Forever wissen wir eines ganz genau über Agenten: Ohne Gadgets geht es nicht aus dem Haus. Also hat auch der gute James einige praktische Tools mit dabei, die seine Missionen etwas abwechslungsreicher gestalten.

Da hätten wir beispielsweise eine Laser-Uhr, einen Raketenwerfer-Stift oder eine Schock-Kamera. Damit das Gaze für die Gegner allerdings nicht zu unfair wird, sind unsere Gadgets auf 3 bis maximal 4 Slots begrenzt und wir müssen vor den Missionen meistens auswählen, welche Gadget wir denn gerne bei uns führen würden.

Ich habe jedoch die Erfahrung gemacht, dass man hier gar nicht so viel herumexperimentiert, sondern meistens immer die gleichen Gadgets verwendet.

Routine im Hochglanzmantel

Die Missionsstruktur folgt einem klaren Muster, das sich schnell abzeichnet: Ihr kommt an einen neuen Ort, bekommt eine Aufgabe, aber natürlich gibt es ein Problem. Also müsst ihr erst zwei bis drei andere Dinge erledigen, bevor ihr zur eigentlichen Hauptmission kommt.

Das wird häufig kombiniert mit Schleichpassagen, kleineren Rätseln, Action‑Setpieces und einem explosiven Finale

Das funktioniert grundsätzlich gut, aber nutzt sich ab. Nach einigen Stunden wisst ihr genau, wie der Ablauf sein wird.

Dazu kommt ein weiteres Problem: Das Spiel bremst sich selbst aus. Immer wieder werdet ihr durch „Geh dorthin, sprich mit dem, hole das, geh zurück“ aus dem Flow gerissen. Diese Botengänge fühlen sich unnötig an und nehmen dem Spiel Tempo.

Gerade weil First Light so stark inszeniert ist, wirken diese Filler umso störender.

Natürlich darf Bond nicht ohne Autos auftreten. Die Fahrzeugsequenzen sind spektakulär inszeniert, mit Explosionen, Verfolgungsjagden und dramatischen Kameraperspektiven.

Aber die Steuerung ist schwammig. Sehr schwammig.

Es fühlt sich an, als würde das Auto auf einer Eisfläche fahren. Präzise Manöver sind schwierig, und viele Szenen wirken erzwungen. Als müssten sie unbedingt rein, weil „Bond fährt halt Autos“.

Mehr Dynamik, weniger Skript und eine bessere Fahrphysik hätten hier viel ausgemacht.

Wem die Story nicht ausreicht und wer etwas mehr die Herausforderung sucht, der kann sich an den taktischen Simulationen versuchen. Hier meistern wir verschiedene Aufgaben in einer simulierten Umgebung oder absolvieren Missionen mit bestimmten Parametern.

In einer Simulation müssen wir die Feinde auf eine bestimmte Art und Weise töten und in der anderen Mission haben wir unsere Q-Watch nicht, mit der wir normalerweise die Umgebung scannen. Von diesen Aufgaben gibt es im Tactical-Sim mehr als genug und gerade am Anfang, wenn man in der Story zu diesem Tactical-Sim gebracht wird, macht es Sinn einige Aufgaben dort zu erledigen, um besser mit den Gameplay-Mechaniken vertraut zu werden.

In den Missionen erhaltet ihr dann Punkte, mit denen ihr euch neue Outfits, Waffen, Skins und Gadgets kaufen könnt. Eine ordentliche Motivation gibt es also.

Doch alles, was ihr im Tactical-Sim erspielt, kann auch nur dort genutzt werden. Der Modus ist größtenteils unabhängig von der Hauptstory. Lediglich bei Abschluss der Kampagne schaltet ihr weitere Inhalte und Missionen für die Simulationen frei.

Gameplay: 8/10

Schön, stabil, beeindruckend

Auf Ultra‑Einstellungen am PC ist 007 First Light eine Augenweide. Die Beleuchtung, die Charaktermodelle, die Umgebungen. Alles wirkt hochwertig. Besonders stark ist die Abwechslung der Settings: Luxushotels, verschneite Berge, nächtliche Städte, geheime Basen. Das Spiel wechselt regelmäßig die Szenerie, was die Grafikpracht perfekt zur Geltung bringt.

Technisch lief alles stabil: kein einziger Absturz, keine nennenswerten Bugs und eine saubere Performance.

Das ist in Zeiten wackliger PC‑Ports fast schon eine Erwähnung wert.

Der Soundtrack ist ein Highlight. Er trägt die Spannung, die Action, die ruhigen Momente und klingt dabei absolut nach Bond.

Die Musik setzt genau dann ein, wenn sie soll, und verstärkt jede Szene. Die Effekte sind wuchtig, die Umgebungsgeräusche immersiv. Die Soundkulisse ist einer der Gründe, warum sich das Spiel wie ein spielbarer Actionfilm anfühlt.

Technik, Design + Sound: 10/10

Fazit: Ein Bond‑Abenteuer, das hängen bleibt

First Light ist ein beeindruckendes Action‑Abenteuer, das vor allem durch seine Inszenierung glänzt. Das Kampfsystem macht nach kurzer Eingewöhnung richtig Spaß, die Grafik ist fantastisch und der Soundtrack liefert absolute James-Bond-Vibes.

Auf der anderen Seite stehen jedoch eine schwache NPC‑KI, wiederholende Missionsstrukturen ,eine etwas zu starre Welt, eine schwammige Fahrzeugsteuerung und ein vorhersehbarer Plot.

Trotzdem bleibt unterm Strich ein Spiel, das Bond‑Fans und Liebhaber cineastischer Action definitiv abholen wird. Es ist nicht perfekt, aber es ist ein Erlebnis, das man gerne durchspielt. Auch wenn man sich an manchen Stellen mehr Dynamik und weniger Kulisse gewünscht hätte.

First Light hat mich fast über die gesamte Spieldauer grandios unterhalten und ist eines der besseren Story-Games der letzten Jahre. IO Interactive haben sich hier selbst übertroffen und ein Abenteuer gezeigt, bei dem ich mich sehr freuen würde, wenn es nicht das letzte gewesen ist.

Wertung: 8/10

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